Verbrauchertäuschung durch „verfeinerten“ Speisequark: Warum Joghurt-Zusatz problematisch ist

In den letzten Jahren hat sich ein Trend in den Kühlregalen vieler Supermärkte breitgemacht: Speisequark, der mit Joghurt „verfeinert“ wurde. Was auf den ersten Blick wie eine interessante Produktinnovation erscheint, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als potenzielle Verbrauchertäuschung. Doch warum ist es problematisch, Speisequark mit Joghurt zu mischen und als solches zu verkaufen?

Was ist Speisequark?

Speisequark ist ein traditionelles Milchprodukt, das durch das Säuern von Milch mithilfe von Milchsäurebakterien und Lab hergestellt wird. Der dabei entstehende Quark hat einen hohen Eiweißgehalt und eine cremige, aber dennoch feste Konsistenz. Gerade in der deutschen Küche ist Quark ein beliebtes Lebensmittel, das pur, in Desserts oder als Basis für herzhafte Gerichte verwendet wird.

Die Rolle von Joghurt im Quark

Joghurt und Quark sind beide fermentierte Milchprodukte, doch ihre Herstellungsprozesse und Nährstoffprofile unterscheiden sich deutlich. Joghurt wird ausschließlich durch die Fermentation von Milch mit spezifischen Joghurtkulturen hergestellt und hat in der Regel einen niedrigeren Eiweißgehalt und eine flüssigere Konsistenz als Quark. Wenn Joghurt dem Quark beigemischt wird, verändert dies nicht nur die Konsistenz, sondern auch den Geschmack und insbesondere Nährstoffzusammensetzung des Produkts.

Warum ist die Mischung problematisch?

  1. Verbrauchertäuschung: Viele Verbraucher kaufen Speisequark bewusst, um von seinem hohen Eiweißgehalt und der spezifischen Konsistenz zu profitieren. Wenn dem Quark Joghurt beigemischt wird, ohne dass dies deutlich auf der Verpackung gekennzeichnet ist, werden Verbraucher in die Irre geführt. Sie glauben, ein reines Quarkprodukt zu kaufen, erhalten aber ein Produkt, das in seinen Eigenschaften stark verändert wurde. Der Hersteller kann so aus weniger Milch mehr Produkt herstellen, oft ohne, dass es der Verbraucher bemerkt.
  2. Veränderung der Nährwerte: Der Zusatz von Joghurt kann den Eiweißgehalt des Produkts senken und den Kohlenhydratgehalt erhöhen. Für Menschen, die Quark wegen seiner ernährungsphysiologischen Vorteile, etwa im Rahmen einer proteinreichen Diät, kaufen, kann dies eine unerwünschte Veränderung darstellen.
  3. Veränderte Konsistenz und Geschmack: Die Zugabe von Joghurt führt zu einer weicheren und weniger festen Konsistenz des Quarks. Dies kann insbesondere bei der Zubereitung bestimmter Gerichte, die auf die feste Struktur von Quark angewiesen sind, zu Problemen führen. Der Geschmack wird milder und weniger säuerlich, was nicht den Erwartungen vieler Verbraucher entspricht, die den klassischen Quarkgeschmack bevorzugen.
  4. Intransparente Kennzeichnung: Häufig wird auf der Verpackung lediglich von einer „Verfeinerung“ gesprochen, ohne genau anzugeben, dass es sich um die Zugabe von Joghurt handelt. Dies führt dazu, dass Verbraucher nicht klar erkennen können, was sie tatsächlich kaufen.

Forderungen nach klarer Kennzeichnung

Verbraucherschützer fordern daher eine klare und transparente Kennzeichnung solcher Produkte. Wenn ein Produkt als Speisequark verkauft wird, sollte es sich um reinen Quark handeln. Wenn Joghurt hinzugefügt wird, sollte dies deutlich sichtbar auf der Vorderseite der Verpackung angegeben werden, damit Verbraucher eine informierte Kaufentscheidung treffen können.

Fazit

Die Mischung von Joghurt in Speisequark mag für Hersteller eine Möglichkeit sein, ein neues Produkt zu kreieren, doch für viele Verbraucher stellt dies eine Täuschung dar. Klarheit und Transparenz sind entscheidend, um das Vertrauen der Konsumenten in Lebensmittelprodukte zu bewahren. Verbraucher haben ein Recht darauf, genau zu wissen, was in ihren Einkaufskorb wandert, und sollten sich nicht mit irreführenden Produktbezeichnungen zufriedengeben müssen.